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Donnerstag, 8. April 2010 - 14:33 Uhr
An Tagen wie diesem
VON IMKE HENKE
Es gibt Tage, an denen man sich nur denkt: „Warum ich?“. Alles was schief gehen kann, geht schief, und die große Frage, ob es nun Zufall oder doch Schicksal ist, stellt sich einem erst recht. Erst diese Woche musste ich daran denken und fühlte mich wie Michelle Pfeiffer in „Tage wie dieser“, jedoch ohne George Clooney.
6 Uhr: Wohlweislich hatte ich am vorigen Abend meinen Wecker gestellt, da ich früher als sonst raus musste. Nerviges Gedudel ertönte und ich...
6.39 Uhr: ... schlief wieder ein! Laut fluchend kroch ich hektisch aus dem Bett, knallte die Schlafzimmertür aus Versehen und mein Freund rief nur noch hinterher „Ist was passiert?“. Mit einem ebenso genervten wie agressiven „Ich hab‘ verschlafen!“ stürmte ich das Bad und machte mich ans Werk.
6.45 Uhr: Mit der noch einziehenden Creme auf den verquollenen Augen schlurfte ich in die Küche, um mir eigentlich meinen morgendlichen Tee zu holen, als mein Freund diesen schon gekocht hatte und dabei war, mir Frühstück und mein Mittagsbrot zu schmieren. Kurz einen Dankeschön-Kuss auf die Wange gedrückt und schon verschwand ich wieder im Bad.
7.15 Uhr: Nachdem ich mich trotz Hektik zwischen Wimpernzange und Marmeladenbrot, Glätteisen und Früchtetee eine halbe Stunde zurecht gemacht hatte, kramte ich noch schnell meine Sachen zusammen, verstaute mein Essen und schoss mit wehenden Fahne ins Treppenhaus, während ich hinter mir nur noch hörte: „Fahr aber vorsichtig!“.
7.30 Uhr: Und Frau Henke was on the road. Ohne viele roten Ampeln schaffte ich es flux zur Autobahn, deren Verkehrsaufkommen mich wieder ausbremste. Zahllose LKW, davon einer mit Panne, sowie eine Baustelle später schaffte ich es dennoch pünktlich zur Arbeit.
17.05 Uhr: Feierabend! Nun war aber wieder Beeilung angesagt, da ich noch einen Termin im Nagelstudio hatte. Ab in den fahrbaren Untersatz und auf die A2.
17.20 Uhr: Hatte sich die ganze Welt gegen mich verschworen? 20 Kilometer Stau zwischen Braunschweig und Peine, sodass ich mich von der A2 auf die A39 begab und hoffte, dem Chaos auszuweichen.
17.30 Uhr: Nein, nein, nein!!! Stop-and-Go, gerade mal die Hälfe der Strecke geschafft und ich hatte nur noch 30 Minuten Zeit, um pünktlich zu meinem Termin zu kommen.
17.50 Uhr: Endlich war ich runter von der Autobahn und es ging zügig voran. Jetzt musste ich nur noch einen Parkplatz in der Nähe des Studios finden.
17.55 Uhr: Super, das hatte wenigstens geklappt und da es kurz vor 18 Uhr war, musste ich auch nichts mehr zahlen. Ab ins Studio und was musste ich da erleben? Ja, ich musste wieder einmal warten und mich in Geduld üben. Argh!
19.30 Uhr: Die Finger waren wieder schön und im Auto sitzend fuhr ich zum Glück ohne besondere Vorkommnisse ab nach Hause.
19.45 Uhr: Jetzt hieß es endlich: Füße hochlegen, Sekt schlürfen und zwei Stunden lang meinen Lieblings-Ärzten über die Schulter schauen.
22.40 Uhr: Endlich lag ich nach dem abendlichen Spaziergang mit dem Hund wieder im Bett und war froh, dass der Tag vorbei war!
Auch wenn im Nachhinein alles glücklicherweise geklappt hat, hoffe ich doch, dass ich so schnell nicht wieder einen dieser Tage erlebe. Eines ist sicher, solche „Tage wie dieser“ kommen Gott sei Dank nicht so oft vor. Und ob es nun Schicksal oder Zufall war, das wird die Zukunft zeigen. Ich weiß nur eines, ich darf gespannt sein...
Mittwoch, 31. März 2010 - 15:36 Uhr
Darauf erstmal ein Gläschen „Fucking Hell“
VON NICOLE GRANDT
„Na, dazu würde ich ja zu gern mal einen Werbespot sehen“, meinte eine gute Freundin von mir, als wir uns über das Getränkeangebot der nächsten geplanten Feier unterhielten. Schließlich hatten wir uns schon eine Weile nicht getroffen und unser Wiedersehen sollte entsprechend gefeiert werden, gern auch mal mit dem ein oder anderen Gläschen Bier.
Aber immer nur die altbekannten Getränke auf den Tisch zu bringen, ist ja langweilig. Also wurde nach neuen Cocktail-Rezepten oder eben Getränke-Sorten, die neu auf dem Markt sind, geforscht. Allerdings scheuten wir uns, schottisches Bier mit einem Alkoholgehalt von sage und schreibe 45 Prozent zu bestellen. Zum einen war es sehr teuer und außerdem bestand die Gefahr, dass man nach einem Glas von dem geselligen Abend nicht mehr viel mitkriegt.
Aber wir fanden etwas viel besseres: Fucking Hell. Wer der englischen Sprache mächtig ist, mag jetzt etwas verwirrt aus der Wäsche gucken. Was soll denn das sein? Ein wütender Fluch, wenn die Rechnung in der Bar zu hoch ist oder der Drink nicht schmeckt? Keineswegs. Fucking Hell ist ein neues Bier, das in diesem Sommer auf den Markt kommen soll (leider zu spät für unsere Wiedersehens-Feier) und schon für Furore sorgt, noch bevor überhaupt jemand davon einen Schluck gemacht hat.
Natürlich hat der kuriose Name eine bestimmte Bedeutung. Es kommt nämlich aus dem Ort Fucking in Österreich. Den gibt es wirklich. Kein Witz. Und da sich die Bewohner des Ortes der Zweideutigkeit des Names durchaus bewusst sind, hatten die Mitarbeiter der ortsansässigen Brauerei den Einfall, diesen doch mal werbewirksam für eines ihrer Produkte zu verwenden. Und um das Maß der lustigen doppeldeutigen Worte voll zu machen, kam - passend zur Biersorte - eben noch das „Hell“ mit dran.
So viel Zweideutigkeit brachte beim europäische Markenamt zwar erstmal das Fass zum Überlaufen, aber dann beruhigten sich die erhitzten Gemüter wieder und „Fucking Hell“ darf nun seinen Namen behalten, da die Eintragung als Marke nicht dadurch vereitelt werden könne, weil der Name „in anderen Sprachen eine zweideutige Bedeutung“ besitzt.
Also können wir mal gespannt darauf warten, ob uns „Fucking Hell“ ein begeistertes „Mh, lecker!“ oder einen vulgären Fluch entlockt. So viel Trubel um den Namen ist jedenfalls im Voraus schon eine gelungene Marketingstrategie.
Obwohl der Ort Fucking an sich ohnehin schon des Öfteren von sich reden macht. Das Ortsschild ist neben „Lederhose“ (Landkreis Greiz), „Hölle“ (Stadt Naila) und „Wacken“ (nicht kurios, aber dennoch beliebt wegen des dort stattfindenden Metal-Festivals) eines der meistgeklauten Schilder in Europa.
Donnerstag, 25. März 2010 - 12:22 Uhr
Feiern wie die Feste fallen
VON IMKE HENKE
Wussten Sie schon, dass nächste Woche Sonntag Ostern ist? Mit Erstaunen stellte ich fest, dass das nächste Fest sich wieder nähert. Wir hatten doch erst Weihnachten gefeiert und bis vor ein paar Wochen hätte doch keiner daran geglaubt, dass es den Frühling wirklich noch gibt!
Doch Osterhasen und gefärbte Eier in den Regalen der Supermärkte, Krokusse und Maiglöcken im Garten lassen keinen Zweifel mehr daran, dass es schon wieder soweit ist. Doch geht es nicht nur mir alleine so. Erst kürzlich traf ich eine Bekannte in der Stadt, die vor einer riesigen Auswahl Geschenkpapier stand und überlegte, welches sie kaufen sollte. „Jetzt noch Osterpapier zu kaufen, das lohnt sich doch eh nicht“, sagte sie und erzählte, dass auch in ihrer Familie die Vorbereitungen wegen des extrem langen Winters irgendwie ins Wasser gefallen waren. „Deko stelle ich auch nicht auf, zwei Tage und dann ist das Ganze schon wieder vorbei.“
Ich musste ihr Recht geben. Osterdeko stand bei mir auch nicht, Eier würde ich ebenfalls nicht färben und um das Geschenkpapier hab ich auch einen großen Bogen gemacht. Es ist nicht so, dass ich mich nicht auf die Feiertage im Kreise der Familie freue, doch aufgrund des verdrehten Wetters hatte sich auch mein Zeitgefühl getäuscht.
Noch vor ein paar Jahren habe ich Wochen vorher alles geschmückt und fleißig Kresse gesät, die zu dem Sonntagsfrühstück bei unserer Familie neben dem gefärbten Ei mit auf den Tisch gehört. Auch um Geschenke wurden sich fast so viele Gedanken wie um die zu Weihnachten gemacht, und das dazugehörige Suchen dieser im Garten beziehungsweise in der Wohnung, das mich als Kind so manches Mal zum Heulen gebracht hat, (weil natürlich nur meine Geschenke nicht auffindbar waren) war auch ein fester Programmpunkt.
Da kam mir doch der Gedanke, dass es eventuell nicht nur die bekannten Weihnachts-, sondern auch Ostermuffel gibt. Ist es jetzt neuer Trend, dass alle Feiertage tunlichst vermieden und wie alle anderen Tage begangen werden? Also das kann ich von mir nicht behaupten, ich hatte schlichtweg keine Zeit, mich mit dem Thema Ostern auseinander zu setzen. Befragte ich Bekannte und Freunde dazu, nickten sie nur und gaben mir recht: „Wir haben keine Zeit mehr!“. Der Satz, den „TV Total“-Moderator Stefan Raab seit Jahren Lacher einbringt, trifft aber voll und ganz auf diese Situation zu. Wann nehmen wir uns noch wirklich Zeit für bestimmte Dinge? Mit dieser Erkenntnis habe ich mir vorgenommen, trotzdem noch Kleinigkeiten für meine Familie zu besorgen und etwas Deko in der Wohnung aufzustellen. Und wer dann immer noch keine Zeit hat, Eier zu färben oder so wie ich, Kresse zu säen, kann die letzten Besorgungen in jedem Supermarkt erledigen. Und komme was wolle, für meinen jährlichen Besuch eines Osterfeuers nehme ich mir die Zeit. Genauso wie für meine Familie, die man wegen des alltäglichen Trubels auch nicht mehr so oft zu Gesicht bekommt. Wir müssen eben feiern wie die Feste fallen...
Donnerstag, 18. März 2010 - 14:28 Uhr
Ersatzdroge für Schoko-Junkies
VON NICOLE GRANDT
Auch wenn wir eine wundervolle Zeit hatten, Höhen und Tiefen miteinander erlebt haben, gute wie schlechte Zeiten... Wir waren ein unzertrennliches, aufeinander eingespieltes Team, das immer füreinander da war. Doch damit ist Schluss. Es gibt kein "Wir" mehr. Irgendwann geht auch die unzertrennlichste Bindung auseinander. Nein, Schokolade, wir sind keine Freunde mehr.
Es ist nicht einmal zwei Jahre her, da konnte man mich bei jedem Einkauf bei einem "Ritual" beobachten. Kaum waren die nötigen Einkäufe im Wagen, schon steuerte ich zielsicher die Süßigkeiten-Abteilung an und frönte hemmungslos meiner Schokoladensucht. Alles, was irgendwie süß, lecker und knusprig aussah, landete im hohen Bogen im Wagen und wurde in mein Zuhause gekarrt. Dort wurde es allerdings nicht heimisch, sondern in Rekord-Geschwindigkeit verputzt. Ich gestehe, ich war ein echter Süßigkeiten-Junkie, wie er im Buche steht. In Kolumnen über ständig in allen Lebenssituationen nach Schokolade lechzenden Frauen konnte ich mich eins zu eins wiederfinden.
Mit unübersehbaren Folgen, die irgendwann zu einem Weinkrampf beim Gang auf die Waage endeten. Umdenken war angesagt.
Doch das war alles andere als leicht. Jeder, der ein Laster hat, sei es nun Rauchen oder Naschen, wird mir zustimmen, dass es in vertrauten Situationen verdammt schwierig ist, die Finger vom Objekt der Begierde zu lassen. Früher gehörte zu einem Fernsehabend eben ein Riegel Schokolade oder auch im Kino ging gar nichts ohne Knabberkram. Aber diesen fiesen, kleinen Verlockungen wollte ich ja widerstehen. Ich benötigte eine Ersatzdroge. Und fand sie. Kaugummi.
Ja, ich gebe es zu, es sieht oft nicht besonders sympathisch oder intelligent aus, wenn man jemandem gegenüber sitzt, der sich verhält wie eine widerkäuende Kuh. Aber es funktioniert bestens, wenn man auf die anderen "Zwischendurch-Leckerlis" verzichten will. Außerdem haben die (zuckerfreien) Kaugummis eine dermaßen niedrige Anzahl an Kalorien, dass sie kaum erwähnenswert ist. Und diese vielen Sorten erst! Wenn ich vor dem Regal stehe, komme ich regelrecht ins Staunen: Passion-Fruit, Pina-Colada, Cool Cassis, Aloe Vera... Das hört sich nicht nur exotisch an, sondern ist eine echte Erlebnisreise für die Geschmacksnerven.
Obwohl es sogar bei Kaugummis Trends zu geben scheint. Eine Kollegin und ich kamen erst kürzlich ins Grübeln, was wir denn so als Kinder für Sorten "gemampft" hatten. Kaugummis, mit denen man besonders große Blasen zum Angeben machen konnte, waren damals hoch im Kurs. Es gab sie in allen Geschmacksrichtungen, Farben und Formen. Heute findet man von dieser Sorte gerade mal zwei "Geschmäcker". Scheinbar ist es einfach nicht mehr so gefragt, eine ballon-große Kaugummi-Blase zu produzieren und sie dann unter dem Gejohle von Klassenkameraden zerplatzen zu lassen, wobei man sein "Werk" dann im Gesicht kleben hatte. Gut, ich gebe zu, ich vermisse diesen "Trend" nicht, aber die leckeren Sorten schon.
Stattdessen scheint es inzwischen viel beliebter zu sein, den Kaugummi-Sorten besonders ungewöhlich klingende Namen zu geben und mit Geschmacksexplosionen zu werben, wie man sie noch nicht erlebt hat. So einen "Wow"-Effekt hatte ich leider noch nie, aber ich finde es schon toll, dass man inzwischen einen "bunten Strauß" der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen findet. Immer nur Pfefferminze ist doch total langweilig. Und wenn man praktisch einen "Kaugummi-Obstkorb" auf dem Couchtisch stehen hat, der immer Unterschiedliches und Neues bereit hält, dann fehlt einem der "alte Kumpel" Schokolade irgendwann gar nicht mehr. Wirklich. Obwohl ich die schöne, gemeinsame Zeit immer in guter Erinnerung halten werde.
Donnerstag, 11. März 2010 - 15:26 Uhr
Wer mit Smileys auf Reisen geht, der...
VON IMKE HENKE
Sachen gepackt, Auto voll getankt und Navi mit dem Zielort gefüttert - so begann vor kurzem für meine beste Freundin und mich ein Trip gen Göttingen. Kaum ein paar Kilometer auf der Autobahn gefahren, bestimmte regelmäßiges Kreuz- und Querfahren unseren Trip, da sich eine Baustelle an die nächste reihte. Doch waren diese so kurz und schnell durchfahren, dass wir das locker hinnahmen.
Eher befürchteten wir in einen Stau zu geraten, wenn wir die nächste große Baustellen durchfahren sollten. Ein Kumpel hatte uns schon vorgewarnt, 17 Kilometer sollte das Stück dauern. Das machte nicht wirklich Mut, aber wir vertrauten auf das Navi, das uns da langlotste. Kurz bevor die Baustelle begann, erspähten meine Augen ein merkwürdiges Straßenschild. „Hey, guck mal“, machte ich meine Freundin am Lenkrad auf das Schild aufmerksam. Es war ein rechteckiges weißes Schild, auf dem ein schmollender, roter „Smiley“ abgebildet war und darunter stand „Noch 17 Kilometer“.
Leicht amüsiert darüber fuhren wir weiter. Ein paar Kilometer später kam das nächste Schild, auf dem wieder ein rotes, unfröhliches Gesicht zu sehen war. „Pass auf“, schoss es mir durch den Kopf, „je weiter wir hier kommen, desto fröhlicher wird der Smiley“, glaubte ich das Konzept dieser Verkehrsschilder verstanden zu haben. Und so war es auch: auf Hälfte der Baustellenstrecke veränderte der Kopf weiter seine Farbe und der Mund zeigte nicht mehr nach unten, sondern war ein gerader Strich. Das Ende der Baustelle kam und die Kilometerangaben wurden immer kleiner, sodass uns ein richtiger Smiley ganz in Grün anstrahlte.
Typisch Frau freuten wir uns über diese nette und abwechslungsreiche Idee. Gerade wenn man Kinder im Auto hat, ist es doch lustig, sie so von der Baustelle abzulenken. Doch gleichzeitig merkte meine Freundin an: „Bei Männern wird das bestimmt nicht so gut ankommen. Die Schilder regen sie eher auf.“ Und sie sollte Recht behalten.
Als wir dann endlich bei unserer Freundin und ihrem Verlobten in Göttingen ankamen und die Reise mit den lustigen Baustellenschildern erwähnten, schüttelte ihr Zukünftiger gleich den Kopf und fasste sich auch an diesen. „Die Baustelle an sich ist ja schon nervig, aber diese Schilder noch mehr“, meckerte er, während meine mitreisende Freundin und ich sofort anfingen zu lachen und meinten „Das haben wir uns schon gedacht!“.
Wer also mit Smileys auf Reisen geht, der freut sich oder eben nicht... Trotzdem war es mal was anderes und die Schilder lenkten von der nervigen Baustelle ab. Auf der Rückfahrt lachten beziehungsweise schmollten uns die Gesichter natürlich wieder an und eh wir es uns versahen, war die ellenlange Baustellen vorbei und die Heimat wieder ziemlich nah....
Donnerstag, 4. März 2010 - 15:11 Uhr
"Falsche Freunde"
VON NICOLE GRANDT
Beim Gang durch Supermärkte entdeckt man schon mal des Öfteren Produkte mit lustigen Namen. Eine Kollegin und ich amüsierten uns letztens mal wieder über die WC-Ente, obwohl das ja eigentlich wirklich schon ein alter Hut ist. Ein Klassiker der absurden Namen halt. Amüsant ist es auch, mit jemandem einkaufen zu gehen, der der englischen Sprache nicht mächtig ist. Dann kauft man im Kühlregal schon mal einen "Fropp" oder in der Kosmetikabteilung ein "Schauer-Gel".
Aber etwas eigenwillige Produktnamen gibt es nicht nur bei Lebensmitteln. Bei vielen Dingen muss man nur mal ein bisschen über den Namen nachdenken, der dem Produkt ja eigentlich einen passenden Stempel aufdrücken soll. Der Name soll meistens Frische, Aktualität und ähnliches ausdrücken. Und sich natürlich toll anhören und den möglichen Käufer dazu animieren, es mit nach Hause zu nehmen. Aber wie uns schon damals im Englisch-Unterricht die Lehrer vor "falschen Freunden" - also Worte, die bekannt klingen, aber leider eine völlig andere Bedeutung haben - warnten, so trifft man auch nach dem Schulabschluss im Alltag immer wieder auf sie.
Stutzig wurde ich kürzlich bei Auto-Namen. Es gibt ja zum Beispiel den Phaeton. Das ist mit Sicherheit eine Anlehnung an Phaethon, Sohn des griechischen Gottes Helios. Was auf den ersten Blick gesehen ja eine tolle Sache ist. Wer würde nicht gern mit einem nach einem Göttersohn benannten Auto über die Straßen heizen? Das Problem daran ist nur, dass Phaethon der Sage nach unerlaubt mit dem Sonnenwagen vom Herrn Papa einen dummen Unfall verursachte und die Erde in Brand setzte. Da steht der Name gleich in einem ganz anderen Licht da.
Nun, vielleicht kennt sich nicht jeder mit griechischer Mythologie aus, aber wenn man das aus diesem Blickwinkel betrachtet, ist das ungefähr so verkaufsfördernd, als wenn man einen Wein "Brummschädel am nächsten Morgen" nennen würde.
Aber zur Ehrenrettung der Wolfsburger Autos muss ich schon sagen, dass auch andere Fahrzeughersteller bei der Taufe ihrer Wagen manchmal gehörig ins Klo gegriffen haben. Und das buchstäblich. So trägt ein Minivan von Mercedes beispielsweise denselben Namen wie das Vaneo-Klopapier. Auch schön ist "Audi R8 e-tron". Hört sich sehr modern und technisch ausgefeilt an. Leider heißt "étron" aus dem Französischen übersetzt soviel wie das beliebte Schimpfwort mit "sch".
Aber das Problem, dass Worte in anderen Sprachen zu lustigen Verwechslungen führen, ist nicht neu. Während uns ein Produkt mit der Bezeichnung "nova" aus etwas neues hinweist, bedeutet es in Spanien "geht nicht". Ein eher schlechtes Omen für jedes Produkt.
Donnerstag, 25. Februar 2010 - 13:59 Uhr
Was da alles zum Vorschein kommt
VON IMKE HENKE
Die morgens schon trällernden Vögel und die steigenden Temperaturen lassen keinen Zweifel mehr daran, dass der Frühling naht. Der von uns allen in den vergangenen Wochen verfluchte Schnee schmilzt und die Farben kommen wieder. Das Weiß weicht und zum Vorschein kommen nicht nur wieder Wege, Straßen, Grünflächen und Bäume, sondern auch jede Menge anderer Kram.
Neben gewissen Winterutensilien, wie verloren gegangenen Mützen und einzelnen Handschuhe, finden sich auch an fast jeder Ecke die Überbleibsel der Silvesterknallerei in Mengen. Hier ein Knaller, da ein Stock von der Rakete, selbst einige Weihnachtsbäume säumen sich ab und zu noch am Straßenrand vor meiner Haustür. Doch noch etwas ganz Entscheidenes bahnt sich wieder seinen Weg an die Oberfläche: Müll.
Man möchte es gar nicht glauben, aber es stimmt. Wenn man mal genau darauf achtet, dann fällt doch schon auf, wie unbedacht die Menschen in den vergangenen Wochen den Müll an den Straßenrand oder den Fußweg geworfen haben. Auf meinem Weg zur Arbeit schaute ich mal etwas genauer hin. Die Parkbuchten in den Nebenstraßen bringen das ein oder andere Verpackungsmaterial zum Vorschein, auf den Hauptstraßen kommt einem weniger Müll entgegen. Aber das liegt wohl eher daran, dass beim Wurf aus dem Autofenster der Müll auf den Gleisen der Straßenbahn landet.
Dann bei der Auffahrt zur Autobahn bin ich schockiert. Dort liegen vor allen Dingen Trinkbecher und Baggydogs von Fastfood-Ketten rum, die zusammengesammelt den noch daneben liegenden recht hohen Schneehaufen Konkurrenz machen könnten. Als wäre dieses Desinteresse an der Umwelt der dafür Verantwortlichen nicht schon schlimm genug, bahne ich mir also meinen Weg auf der A2 Richtung Helmstedt und treffe auf der Autobahn auch auf seltsamen Müll.
Abgesehen von unterwegs verloren gegangenen Schlappen und Arbeitshandschuhen der LKW-Fahrer sehe ich ab und zu mal ein vergessenes Warndreieck, einen geplatzten Reifen oder auch ein paar Radkappen. Dies wurde jedoch diese Woche unübertrefflich getoppt. Froh darüber, dass auf der Autobahn endlich mal wieder etwas schneller als 100 km/h gefahren werden darf, staunte ich nicht schlecht, als mein Vordermann einen denkwürdigen Schlenker über zwei Spuren macht. Als ich mich näherte, sah ich den Grund: ein abgefallener Auspuff! Instinktiv wich ich aus und war noch erschrocken darüber, als der nette Radiomoderator keine zwei Minuten später die Verkehrsnews rausgab und zu aller letzt vor dem Auspuff warnte. „Müsste sowas nicht gleich vor den Staumeldungen und den Blitzern gemeldet werden?“, fragte ich mich.
Der Besitzer des Auspuffes wird den ja nun nicht mit Absicht „weggeschmissen“ haben, aber für mich bekam der allseits bekannte „Frühjahrsputz“ gleich eine andere Bedeutung. Der Frühling kommt und vor unserer Tür sieht es aus wie Sau. Da lob ich mir doch die vielen Freiwilligen, die in vielen Städten mit anpacken und beim jährlichen „Stadtputz“ den Unrat von den Straßen lesen, auch wenn sie gar nicht die Verursacher waren.
Die Kreisstadt Helmstedt wird übrigens am Freitag, 5. März, wieder glänzen und blitzen, wenn diesmal unter Regime der Schulen sowie dem Motto „Stadtputz macht Schule“ Kinder und Jugendliche den Müll aufsammeln. Wer sich den Putzwütigen anschließen möchte, kann sich für den Frühjahrsputz unter der Rufnummer 05351/171021 anmelden.
Donnerstag, 18. Februar 2010 - 14:06 Uhr
Wenn die "Verbesserung" nach hinten los geht
VON NICOLE GRANDT
Ich muss sagen, ich bin ein echter Photoshop-Fan. Für diejenigen, die nicht wissen, was das ist: Photoshop ist ein Bildbearbeitungsprogramm für den Computer, mit dem man die tollsten Sachen anstellen kann, um ein Bild zu verändern, verschönern und vieles mehr. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Zuschneiden eines Bildes, bis hin zum Verschwinden lassen eines unliebsamen Pickels. Aber ich will ja nun keine Werbung machen.
Ich muss nur eingestehen, dass ich dank dieses Programms auf so manchem Foto schon um einiges besser aussah als in natura. Aber wer will denn schon gern auf einem Foto, das er sich an die Wand hängt oder Freunden und Verwandten schenkt, rot leuchtende Augen haben, gelbe Zähne oder eben besagte Hautunreinheiten? Ich jedenfalls nicht und so müssen sich Fotos von mir, die nicht als unbedeutende Schnappschüsse in einem Album verschwinden, erstmal einer kritischen Prüfung unterziehen.
Meine kleinen Korrekturen sind ja nichts im Vergleich zu dem, was für Werbe- und Modefotos präsentiert wird. Da sieht das Model im Vergleich zu vorher plötzlich noch viel größer, schlanker und makelloser aus. Eigentlich fies, denn auch wenn man sich liter- und tonnenweise beispielweise das beworbene Produkt genehmigt, hat man ja sowieso keine Chance, auch nur ansatzweise so ein Ergebnis zu bekommen.
Da muss ich gestehen, dass ich hin und wieder etwas schadenfreudig bin, wenn bei dieser aufwändigen Retusche mal richtig was in die Hose geht. Plötzlich hat ein Model drei Hände oder nur noch eine oder der Bauchnabel fehlt. Manchmal fällt der Fehler erst auf den zweiten Blick richtig auf, aber bei vielen Fotos, die man in Magazinen sieht, bemerkt man gleich, dass da irgendwas nicht stimmen kann. Da frage ich mich, wie unaufmerksam oder betriebsblind der Bildbearbeiter sein muss, um das nicht zu sehen.
Nicht nur Models sind betroffen. Auch bei Promibildern passieren solche Fehler. Sehr amüsiert habe ich mich einmal, als Brad Pitt plötzlich zweimal dasselbe Kind auf dem Arm hatte. Zwillinge? Mit der absolut identischen Körperhaltung und Gesichtsausdruck? Da hat wohl eher jemand nicht aufgepasst und "Brangelina" unfreiwillig Familienzuwachs beschert.
Auch wenn es wirklich Spaß macht, an einem Bild "herumzubasteln", man sollte es wohl auch hier so halten, darauf zu achten, dass man letztendlich nicht zu viel des Guten hat. Denn sonst kann aus einer kleinen "Photoshop-Schönheits-OP" ganz schnell mal ein Fall für das Gruselkabinett werden.
Donnerstag, 11. Februar 2010 - 13:35 Uhr
Schon mal was vom "Mops-Frosch" gehört?
VON IMKE HENKE
Wer in den vergangenen Tagen regelmäßig vor die Tür muss, der weiß, dass Handschuhe, Mütze und Schal zur Grundausstattung gehören. Ohne geht es einfach nicht, vor allem wenn man einen längeren Fußmarsch, wie etwa die Runde mit dem Hund, vor sich hat. Doch während wir uns dick einmummeln, um nicht zu erfrieren, muss der Vierbeiner ohne Schuhe und Jacke raus.
Gut, hier und da sieht man mal einen Hund mit einem „Mantel“ zum Schutz vor der Kälte. Doch den Gedanken, sein Haustier in Anziehsachen zu stecken, hat nicht jedes Herrchen. Gott sei dank, denn als ich letztens eine Frauenzeitschrift während der Mittagspause wälzte, bekam ich einen fünfminütigen Lachkrampf und bekam mich gar nicht mehr wieder ein. Was mich da auf Seite 68 anstarrte war ein „Mops-Frosch“. So etwas Lustiges und zugleich Peinliches haben Sie noch nie gesehen.
Nachdem mein Lachkrampf über den Mops im Froschkostüm zuende war und mir nicht mehr die Tränen in den Augen die Sicht verschlechtert hatten, schaffte ich es auch den Text dazu zu lesen. Da nicht nur uns Menschen der alleinige Spaß während der fünften Jahreszeit gegönnt sei, sollte sich doch auch unser Hund verkleiden können. Unter der angegebenen Homepage fand ich nicht nur den „Mops-Frosch“, sondern auch einen Piraten, einen Geist, Graf Dracula, einen kleinen Haifisch, eine Spinne und das alles übertreffende Cheerleader-Kostüm. Zugegeben, auch hier musste ich anfangs lachen, aber im Nachhinein taten mir die armen Hunde in den Fetzen richtig leid.
Wie kann man als Hundebesitzer glauben, dass sich unser Vierbeiner in so einem peinlichen Kostüm wohl fühlt? Leider gibt es immer wieder gewisse Frauchen, die meinen, ihren Hund in Luxus zu hüllen, obwohl sie ihn eigentlich nur passend zu ihrem eigenen Outfit als Accessoire mit sich herumschleppen oder in die Tasche stopfen. Der Hund hat vier Beine, er kann alleine gehen. Noch dazu ist er keine Barbiepuppe, die man je nach Lust und Laune umziehen und frisieren kann. Was ich also anfangs als lustig empfand, verstimmte mir recht schnell die Laune und ich regte mich auf.
Aus diesem Grund habe ich mir geschworen, meinem Hund nie so eine Tortur anzutun. Schon allein aus den Gründen, weil die Kostüme erstens nicht wirklich günstig sind, zweitens mein Hund keinen Karneval feiert (welcher Hund tut das auch schon?) und drittens sich dies gar nicht gefallen lassen und das Kleidungsstück sofort zerreißen würde. Das wäre wohl auch besser so, denn immerhin hat ein Hund ja wärmendes Fell und wenn es draußen wirklich bibbernd kalt ist, tut es eben auch mal eine kleine Runde, um dem Haustier nicht zu viel zuzumuten. Ihr Hund wird es Ihnen mit einem Schwanzwedeln danken....
Donnerstag, 4. Februar 2010 - 15:20 Uhr
Ziellos in allen Lebenslagen
VON NICOLE GRANDT
Sie haben das in den vergangenen Tagen bestimmt von Freunden, Kollegen, Verwandten, oder sich selbst gehört: "Was schenke ich meinem Schatz nur zum Valentinstag?" Kombiniert wird diese Aussage mit einem hilfesuchenden Blick, in dem viel Hoffnung liegt, dass der Angesprochene mit einer total tollen, originellen Idee um die Ecke kommt. Ich wundere mich dann immer ein bisschen, denn schließlich ist der Partner ja der Mensch, der die Person an seiner Seite besonders gut kennen sollte und demzufolge auch wissen sollte, worüber diese sich am Valentinstag freuen würde.
Die "Was schenke ich nur-Frage" kam auch neulich bei einem Plausch unter Mädels auf. Das "Opfer" sollte der Verlobte einer guten Bekannten sein, der mit mir und meiner besten Freundin seit Jahren in Kontakt steht. Und meine beste Freundin und ich antworteten wie aus einem Mund: "Ein Navigationsgerät." Seine Verlobte schaute überrascht, denn scheinbar war sie über die Macken ihres Liebsten wohl noch nicht so ganz im Bilde. Wir schon. Was wir bei vielen, leidvollen Erfahrungen hatten feststellen müssen.
Ich muss sagen, ich habe einen recht guten Orientierungssinn. Mein Mutter lästerte früher gern, dass das daher kommen müsse, weil ich nie Ordnung halten würde und deswegen zwangsläufig einen Übersichtsplan über das Chaos im Kopf haben müsse. Wenn das stimmt, muss ich meiner Chaos-Vorliebe danken, denn so bin ich später beim Autofahren um Staus oft sehr gut herum gekommen, weil ich meiner "inneren Landkarte" gefolgt bin. Eine Straßenkarte oder ein Kompass waren dabei nicht einmal nötig. Soviel zu mir. Der zukünftige Besitzer eines Navis verfügt leider nicht über diese Gabe. Ich könnte unzählige Geschichten darüber erzählen, wie er andauernd zu spät kam, weil er die angegebene Adresse nicht fand, aber ich beschränke mich mal auf ein paar besonders kuriose Fälle, als er es schließlich sogar schaffte, in der falschen Stadt zu landen.
Einmal wollten wir in Braunschweig zur "Metal-Börse", einer Art Markt für Fans von härterer Musik. Leider hatten wir uns bereit erklärt, mit unserem Kumpel zu fahren, der die richtige Autobahnabfahrt nicht fand, was dazu führte, dass wir ziellos durch die Stadt kurvten und unverrichteter Dinge wieder heim fuhren. Braunschweig sollte auch das Ziel an einem lustigen Abend werden, an dem wir eigentlich feiern wollten. Leider klappte auch das nicht, denn unser Orientierungs-Muffel fand auch dieses Mal nicht die richtige Abfahrt und letztendlich landeten wir in Hannover. Knapp daneben, würde ich sagen.
Diese Vorkommnisse schilderten wir dann auch seiner Partnerin, deren Augen immer größer wurden und die schließlich empört meinte: "Das hat er mir gar nicht erzählt!" Natürlich nicht, welcher Mann gesteht denn schon gern ein, dass er ohne Google Maps und Auto-Atlas problemlos eine Neuauflage von "Lost" oder "Verschollen" produzieren könnte.
Abschließend muss ich sagen, dass wir mit der Navi-Idee aber goldrichtig lagen und sicherlich noch ein Stück weit den Haussegen gerettet hatten. Zufällig hatte die bessere Hälfte unseres Freundes nämlich heraus gefunden, dass er plant, ihr einen schönen Wochenendtripp zu Zweit zu schenken. Und wenn das Ziel mit Hilfe des neuen Navis dann auch noch problemlos und ohne Streit im Auto gefunden wird, kann eigentlich kaum was schief gehen. Und so ist es vielleicht doch ganz gut, wenn man sich bei der Valentinstag-Geschenksuche nicht nur auf Amor, sondern auf den Freundeskreis verlässt, der so ziemlich jede Leiche im Keller kennt.
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